Am 10.01.2012 hat Adobe das neueste ADOBE PHOTOSHOP LIGHTROOM* in einer „Beta 1“ Version über Adobe-Labs verteilt. Da mein gesamter Workflow seit Jahren komplett auf Lightroom basiert, ich von Natur aus neugierig bin und überhaupt gern mit Software rumspiele 😉 habe ich mir natürlich sofort das Programm heruntergeladen. Die „Beta 1“ ist übrigens bis 31. März 2012 lauffähig, danach wird es dann erfahrungsgemäß eine neue Beta oder gar die fertige Version geben …

Bei mir läuft das Ganze jetzt auf MacOS Lion 64Bit. Bei der Installation (parallel zu LR3 möglich) wird ein neuer Lightroom-Katalog angelegt, die bisherigen LR3-Kataloge bleiben unberührt.
Adobe selbst empfiehlt, nicht mit den Bild-Originalen zu arbeiten, sondern mit einer Kopie. Das sollte in diesem Entwicklungsstadium aber auch nachvollziehbar sein.

Kommen aber zunächst zu den angepriesenen Neuerungen in der Version 4:

New Features in Lightroom 4 Beta

  • Highlight and shadow recovery brings out all the detail that your camera captures in dark shadows and bright highlights.
  • Photo book creation with easy-to-use elegant templates.
  • Location-based organization lets you find and group images by location, assign locations to images, and display data from GPS-enabled cameras.
  • White balance brush to refine and adjust white balance in specific areas of your images.
  • Additional local editing controls let you adjust noise reduction and remove moiré in targeted areas of your images.
  • Extended video support for organizing, viewing, and making adjustments and edits to video clips.
  • Easy video publishing lets you edit and share video clips on Facebook and Flickr®.
  • Soft proofing to preview how an image will look when printed with color-managed printers.
  • Email directly from Lightroom using the email account of your choice.

Watch the What’s New in Lightroom 4 beta tutorial videos for additional details!

Das meiste davon klingt erstmal nach Spielereien, erweist sich aber dann sicher später im laufenden Betrieb als nützlich.
Die für mich wichtigsten Neuerungen sind hier die neuen Regler zur Belichtungskorrektur sowie die beiden neuen Pinsel-Aktionen „Entrauschen“ und „Weißabgleich“.

Und weil man sich ja nicht mit zuviel Theorie herumschlagen will, habe ich mir einfach mal eine Ladung Fotos vom NEUWERK FESTIVAL 2011 geschnappt (das waren vom Licht her so ziemlich meine schwierigsten Ergebnisse letztes Jahr) und mal mit den neuen Reglern und Pinseln herumgespielt.

Dazu direkt mal ein kleiner Tipp – in den Adobe LR4 Videos wird zwar gesagt, dass importierte Bilder mit allen Reglern auf „Null“ gesetzt werden (was ja auch Sinn macht, da es ja alte Regler teils nicht mehr gibt), bei meinen Fotos (Sony RAW mit getrennt gespeicherten Einstellungen als XML) war dies aber nicht der Fall.
Problem: Programmabsturz beim Wechsel in das DEVELOP Modul. Jedes Mal. Auch beim Start.
Lösung: Neuen Katalog angelegt, Bilder neu importiert und dabei händig die LR-Voreinstellung „Nullwerte“ zugewiesen

Von meinen Ergebnissen habe ich mal eine kleine Gegenüberstellung gebastelt (siehe Foto oben). Wie man schön sehen kann, waren die Bildergebnisse „out of cam“ gräßlich. Viel zu dunkel trotz ISO3200, entsprechend verrauscht und nur Pink-, Grün- und Blau-Töne. Der Alptraum des Konzertfotografen :mrgreen:

Unter Lightroom 3 habe ich versucht, über den Weißabgleich einen halbwegs „normalen“, hellen Farbton hinzukriegen und diesen dann über den Farbkanalmixer entsättigt. Das hat auch halbwegs geklappt, ein Farbstich blieb aber trotzdem und insgesamt waren die Farben natürlich nicht mehr „Original“.

Mit der Lightroom 4 beta bin ich anders an das Problem herangegangen. Hier habe ich den Weißabgleich auf „Wie Aufnahme“ gelassen und statt dessen die wichtigen Bereiche Gesicht und weißes Revers mit dem Weißabgleich-Pinsel lokal bearbeitet. Das hat überraschend gut funktioniert. Das pinke Licht wurde nahezu weiß und das übrige Licht im Bild behielt seinen echten Farbton bei.
Natürlich besteht hier noch eine Menge Optimierungspotential, aber für ein paar Minuten herumgeklicke bin ich positiv überrascht.